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Jan 04 2019

Freitag, 4.1.

 

„Immer wieder gerne.“ Das waren die Worte der Schwester, nachdem ich mich für Ihren Service bedankt habe, mich mit Daisy zu verbinden. Man spürt, das sind nicht nur Worte, sondern da steht mehr dahinter.  Freude am Dienst, Interesse am Menschen, Warmherzigkeit, Mitgefühl. Ich hab hier noch niemand erlebt, bei der oder bei dem dieses „Immer wieder gerne.“ nicht gepasst hätten. Es ist hier eine angenehme und wohltuende Atmosphäre. Zwischen dem Personal und zu den Patienten. Auch bei den Patienten untereinander. Na und Daisy macht ihre Sache auch hervorragend. Es tut gut, hier zu sein. Es tut gut, zu spüren, dass sich mein Allgemeinzustand langsam verbessert.

 

Heute gibt es Veränderungen. 

Zunächst hat die Schwester gewagt, die Nadel dort einzustechen, wo der Shunt noch relativ zart ist, um ihn so anzuregen, sich weiter auszubilden. Darum ist die Blutflussmenge wieder auf 300 und der Venendruck auf max. 170 reduziert. Ich habe Bilder gesehen, wo der Shunt fast so groß war, wie ein Hühnerei. Sieht nicht so gut aus und ist sicher auch nicht angenehm. Das passiert, wenn das Bindegewebe schwach ist, dann dehnt es sich dort. Oder, wenn man immer an der gleichen Stelle sticht. Steter Tropfen höhlt den Arm. Mal schauen, ob ich mit meinen Körperpflegemitteln, die ich benutze, der „äußeren Ernährung“, wie sie auch genannt wird, dem entgegenwirken kann. Besonders mit dem Aloe-Gel.

Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass sich mein Gewicht wieder langsam erhöht. Liegt wohl nicht mehr an der Ernährung oder Verdauung. Ich habe leicht geschwollene Beine. Werde nun prüfen, wie sich Flüssigkeitszufuhr zu Flüssigkeitsabfuhr verhält. 24-Stunden-Test. Vor ca 8 Wochen waren es noch 2,25 Liter rein, 2,0 Liter raus. Und wie es vorauszusehen war, die Nierenleistung wird ja nicht besser...

Daisy wird deshalb heute nicht nur die 500 ml Wasser filtern, die sie mir am Anfang verabreicht in den Schläuchen, sondern zusätzlich noch 500 ml Wasser aus dem Körper. „Ultrafiltrationsrate 1000“ heißt das. Mal schauen, was die Beine dann dazu sagen.

 

Übrigens: Zu diesem Tagebuch hat man mich gefragt, ob es denn so günstig wäre, wenn ich so viel von mir preisgebe, was doch eher in die Privatsphäre gehört. Aber wie kann ich meinen Zustand erklären und wie ich Dialyse empfinde, wenn ich das verschweige? Dinge, die nur mich betreffen, wie mein Liebesleben oder die Kontodaten werde ich schon für mich behalten. Versprochen.

 

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